Himmelfahrt

Der Himmel erzählt viele Geschichten. Von unendlicher Weite, Treue und Freiheit. Von Himmelblau, Wolkendunkel, Morgenrot. Möge Gott unsere Ohren und Herzen weit öffnen, damit wir sie hören können.

An diesem Tag wollen wir uns groß machen, uns zum Himmel ausstrecken und darauf vertrauen, dass Christus uns entgegenkommt (Joh 12,32): Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

 

Gebet

Du, Gott, du hast unsere Welt gemacht in deiner guten Ordnung: den Himmel über uns mit Lichtern für Tag und Nacht, die Erde unter uns mit Tieren und Pflanzen, Meer und Land.

Wir bitten dich: Hilf uns, deine Ordnung zu begreifen, die Verantwortung für deine Schöpfung zu tragen und aus der Kraft des Himmels zu leben.

 

Bibeltext Johannes 17, 20-26

20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden,

21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind,

23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.

25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

 

Nichts trennt uns mehr vom Himmel. Nicht nur, weil heute viele Gläubige „unter freiem Himmel“ sitzen, stehen und feiern, sondern vor allem deswegen, weil ein Himmlischer für uns bittet. Als Jesus diese Worte spricht, wirkt er ja schon wie „nicht ganz von dieser Welt“.

   Das ist beim Evangelisten Johannes so. Man meint immer, Jesus bewege und spreche wie ein Fußbreit über dem Boden, schon halb entrückt. Das will Johannes so. Die Erde kann dem Sohn Gottes nicht wirklich etwas anhaben. Er ist zugleich Himmel.

Und nimmt uns dahin mit. Durch sein Gebet. Der Himmlische bittet für die Irdischen, dass sie Gott als Vater annehmen. Und die Herrlichkeit des Himmels damit auf sie übergehe.

  Als seien wir nicht ganz von dieser Welt. Jesus verwandelt diesen eher abschätzigen Ausdruck in unser Markenzeichen, in das christliche „Alleinstellungsmerkmal“: nicht ganz von dieser Welt. Zu einem großen Ziel: damit die Liebe in uns sei und bleibe. Und für uns eben nicht die harten und kantigen Gesetze der Welt gelten. Habt Himmel im Herzen, bittet der Himmlische; und allezeit die Herrlichkeit der Liebe in euren Händen.

Habt Himmel im Herzen und Liebe in den Händen. Dafür feiern wir Himmelfahrt. So wünsche Ihnen einen schönen Vatertag, damit dies in unseren Familien Wirklichkeit wird.

 

Es grüßt Sie

Pfarrer Martin Maile

 

 

 

 

 

 

Zum Sonntag Kantate finden Sie im Internet bei YouTube einen Beitrag der Evang. Kirchengemeinde Esslingen-Zell. Also nun auch im Internet!

Ebenso eine Kurzandacht auf dem Anrufbeantworter der Kirchengemeinde Tel.: 3580836.

 

Unsere sonntäglichen Gottesdienste finden im Moment wieder statt unter besonderen Umständen:

Es dürfen nur 25 Personen die Kirche besuchen.

Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn nicht mehr Personen den Kirchenraum betreten dürfen.

Mundschutz und Desinfektion ist klar!

Bitte an die ausgewiesenen Plätze sitzen. Frau Mantsch, unsere Mesnerin, weist Sie ein.

Wir dürfen nicht singen im Gottesdienst, aber die Orgel spielt ausgewählte Lieder.

Der Gottesdienst darf nicht länger wie 35 Minuten dauern.

Auch der Aufzug darf nur alleine benutzt werden.

 

(Bitte hier unsere Regeln veröffentlichen) Meine Worte vielleicht rausnehmen?

 

Der Gottesdienst für den Sonntag 24. Mai 2020 findet wie oben beschrieben statt. Der Predigttext aus Jeremia 31,31-34 lautet:

 

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,

32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;

33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.

34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Für Sonntag 17. Mai 2020 – Rogate

„Rogate“ heißt der heutige Sonntag mit seinem alten lateinischen Namen – auf Deutsch: Betet. Wie wir heute beten können, darum geht es, und im Mittelpunkt steht das Gebet, das Jesus uns selbst zu beten gelehrt hat. Als Zusage und Ermutigung passt dazu der Wochenspruch dieser Woche aus Psalm 66,20: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

 

Predigttext Matthäus 6, 9-13:

9 Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!

Dein Name werde geheiligt.

10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

11 Unser tägliches Brot gib uns heute.

12 Und vergib uns unsere Schuld,wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

13 Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Gedanken zum Text

Als ich im Krankenhaus war, habe ich wieder angefangen zu beten“, sagte mir der ältere Mann, den ich nach überstandener Operation zum Geburtstag besuchte. So wie ihn gibt es viele, die in schwierigen Situationen wiederentdecken: Es hilft, sich im Gebet an Gott zu wenden. „Not lehrt beten“, wird darum immer gesagt. Nicht nur in persönlichen Notsituationen ist das so. Wenn etwas Schlimmes auf der Erde passiert ist, eine Naturkatastrophe vielleicht oder ein Terroranschlag, finden sich Menschen in der Kirche ein, um miteinander zu beten. So ist es im Moment auch in Zeiten der Coronakrise. Wir dürfen wieder zu den Gottesdienstzeiten zusammenkommen und beten. Nicht mehr wie 25 Personen. Zur einen Tür rein, zur anderen hinaus. Mit Angabe des Namens und der Telefonnummer, weil eine mögliche Infektionskette bekannt sein muss, aber was ist das schon angesichts der Möglichkeit gemeinsam zu beten und sich zu sehen?

 

Den sieben Bitten des Vaterunsers ist im Laufe der Überlieferung der Bergpredigt noch ein Abschluss hinzugefügt worden. Die ersten drei Bitten waren direkt auf Gott bezogen: dein Name, dein Reich, dein Wille. In den anderen vier Bitten geht es um unsere Welt: Unser Brot, unsere Schuld, unsere Versuchungen, unser Böses. Mit dem Abschluss wird der Blick noch einmal auf Gott gelenkt, dem wir alles verdanken: dein Reich, deine Kraft, deine Herrlichkeit. Weil mein Leben reich wird, wenn ich mich darauf ausrichte, darum bete ich: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

„Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung“

Seit vielen Jahren sind diese Worte zum Gebet für mich die schönsten, die das Vaterunser ergänzen. Im Gebet rede ich nicht mit anderen Menschen, sondern mit Gott.

  

Fürbittengebet

Jesus Christus, du hast uns gelehrt, wie wir beten können. Darum kommen wir zu dir und beten dich an zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist und rufen:

VATER UNSER IM HIMMEL.

    Erschrocken sind wir darüber, wie oft dein Name missbraucht wird. Menschen führen in deinem Namen Kriege, üben Hass und Gewalt. Wir bitten dich, dass wir und alle Verantwortlichen lernen, in Wort und Tat dich zu ehren und zu fürchten.

Darum beten wir:

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME.

    Wir sehen Leid und Unfrieden in vielen Ländern der Erde, aber auch bei uns und in unserer Umgebung. Wir bitten um Frieden und Gerechtigkeit und beten:

DEIN REICH KOMME.

    Wir sehen, wie die ganze Schöpfung ächzt durch unsere Ausbeutung, wir sehen die Zerstörung der Regenwälder und die Gefährdung des Klimas. Wir bitten für deine ganze Schöpfung, Wasser, Erde und Luft, für die Pflanzen und Tiere und rufen zu dir:

DEIN WILLE GESCHEHE, WIE IM HIMMEL, SO AUF ERDEN.

    So vielen Menschen fehlt es am Nötigsten zum Leben, Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf und die Zuwendung von anderen Menschen. Für sie alle und auch für uns bitten wir dich:

UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

     Immer wieder werden wir schuldig an dir und an unseren Mitmenschen. Manchmal gewollt, manchmal ohne Absicht verletzen wir uns. Wir bitten dich für uns alle, die wir schuldig werden, und die wir unbarmherzig sind im Umgang mit anderen:

VERGIB UNS UNSERE SCHULD, WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

    Macht, Geld und Reichtum, das sind die Versuchungen, die uns und so viele dazu treiben, zu tun, was nicht gut ist. Wir bitten dich für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, aber auch für jede und jeden von uns:

FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG, SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

    So vertrauen wir uns miteinander dir an und preisen dich:

DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT IN EWIGKEIT. AMEN.

 

Es grüßt Sie Pfarrer M.Maile

 

Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ Psalm 66,20

 

Sonntag, 17. Mai

9.50 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Maile

Predigt: Matthäus 6, 9-13

Opfer: Hoffnung für Osteuropa

 

Wir sind dankbar, dass wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern können!

Dafür ist es aber notwendig, dass wir bestimmte Regeln einhalten:

Mundschutz und Abstandsvorschriften werden uns auch in diesem Gottesdienst begleiten. Wir sind am Sonntag für Sie da und unterstützen Sie, wenn Sie sich unsicher fühlen. Besonders möchten wir darauf hinweisen, dass wir Namen und Anschrift der GottesdienstbesucherInnen erfassen müssen, um bei einer eventuellen Infektion die Nachverfolgung zu erleichtern.

Der Kirchengemeinderat hat in seinen letzten Sitzungen ein Infektionsschutzkonzept für die Feiern von Gottesdiensten beraten und beschlossen. Das Konzept ist in den Schaukästen und Anschlagtafeln ausgehängt, sowie auf unserer Homepage einsehbar.

 

Andacht für Sonntag 17. Mai 2020 – Rogate

„Rogate“ heißt der heutige Sonntag mit seinem alten lateinischen Namen – auf Deutsch: Betet. Wie wir heute beten können, darum geht es, und im Mittelpunkt steht das Gebet, das Jesus uns selbst zu beten gelehrt hat. Als Zusage und Ermutigung passt dazu der Wochenspruch dieser Woche aus Psalm 66,20: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

 

Predigttext Matthäus 6, 9-13:

9 Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!

Dein Name werde geheiligt.

10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

11 Unser tägliches Brot gib uns heute.

12 Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

13 Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Gedanken zum Text

„Als ich im Krankenhaus war, habe ich wieder angefangen zu beten“, sagte mir der ältere Mann, den ich nach überstandener Operation zum Geburtstag besuchte. So wie ihn gibt es viele, die in schwierigen Situationen wiederentdecken: Es hilft, sich im Gebet an Gott zu wenden. „Not lehrt beten“, wird darum immer gesagt. Nicht nur in persönlichen Notsituationen ist das so. Wenn etwas Schlimmes auf der Erde passiert ist, eine Naturkatastrophe vielleicht oder ein Terroranschlag, finden sich Menschen in der Kirche ein, um miteinander zu beten. So ist es im Moment auch in Zeiten der Coronakrise. Wir dürfen wieder zu den Gottesdienstzeiten zusammenkommen und beten. Nicht mehr wie 25 Personen. Zur einen Tür rein, zur anderen hinaus. Mit Angabe des Namens und der Telefonnummer, weil eine mögliche Infektionskette bekannt sein muss, aber was ist das schon angesichts der Möglichkeit gemeinsam zu beten und sich zu sehen?

 

Den sieben Bitten des Vaterunsers ist im Laufe der Überlieferung der Bergpredigt noch ein Abschluss hinzugefügt worden. Die ersten drei Bitten waren direkt auf Gott bezogen: dein Name, dein Reich, dein Wille. In den anderen vier Bitten geht es um unsere Welt: Unser Brot, unsere Schuld, unsere Versuchungen, unser Böses. Mit dem Abschluss wird der Blick noch einmal auf Gott gelenkt, dem wir alles verdanken: dein Reich, deine Kraft, deine Herrlichkeit. Weil mein Leben reich wird, wenn ich mich darauf ausrichte, darum bete ich: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

„Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung“

Seit vielen Jahren sind diese Worte zum Gebet für mich die schönsten, die das Vaterunser ergänzen. Im Gebet rede ich nicht mit anderen Menschen, sondern mit Gott.

  

Fürbittengebet

Jesus Christus, du hast uns gelehrt, wie wir beten können. Darum kommen wir zu dir und beten dich an zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist und rufen:

VATER UNSER IM HIMMEL.

    Erschrocken sind wir darüber, wie oft dein Name missbraucht wird. Menschen führen in deinem Namen Kriege, üben Hass und Gewalt. Wir bitten dich, dass wir und alle Verantwortlichen lernen, in Wort und Tat dich zu ehren und zu fürchten.

Darum beten wir:

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME.

    Wir sehen Leid und Unfrieden in vielen Ländern der Erde, aber auch bei uns und in unserer Umgebung. Wir bitten um Frieden und Gerechtigkeit und beten:

DEIN REICH KOMME.

    Wir sehen, wie die ganze Schöpfung ächzt durch unsere Ausbeutung, wir sehen die Zerstörung der Regenwälder und die Gefährdung des Klimas. Wir bitten für deine ganze Schöpfung, Wasser, Erde und Luft, für die Pflanzen und Tiere und rufen zu dir:

DEIN WILLE GESCHEHE, WIE IM HIMMEL, SO AUF ERDEN.

    So vielen Menschen fehlt es am Nötigsten zum Leben, Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf und die Zuwendung von anderen Menschen. Für sie alle und auch für uns bitten wir dich:

UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

     Immer wieder werden wir schuldig an dir und an unseren Mitmenschen. Manchmal gewollt, manchmal ohne Absicht verletzen wir uns. Wir bitten dich für uns alle, die wir schuldig werden, und die wir unbarmherzig sind im Umgang mit anderen:

VERGIB UNS UNSERE SCHULD, WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

    Macht, Geld und Reichtum, das sind die Versuchungen, die uns und so viele dazu treiben, zu tun, was nicht gut ist. Wir bitten dich für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, aber auch für jede und jeden von uns:

FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG, SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

    So vertrauen wir uns miteinander dir an und preisen dich:

DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT IN EWIGKEIT. AMEN.

Es grüßt Sie Pfarrer M.Maile

 

Die sonstigen Wochenveranstaltungen können leider noch nicht stattfinden.

 

Eine Zeit der Besinnung - eine kurze Andacht von Pfarrer Maile

Sie können diese Andacht beim Anrufbeantworter unter der Telefonnummer 3580836 jederzeit anhören.

Der Wochenspruch:

„Der Menschensohn muss erhöht werden,

auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“            Joh 3, 14b.15

 

Weil alle Gottesdienste abgesagt sind und wir uns dennoch in der Kar- und Osterwoche befinden, hier ein paar Gedanken:

 

Im Wochenspruch (Offb Joh 1,18) sagt Christus:

Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Mit diesem Satz aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes wünsche ich Ihnen Frohe Ostern!

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, das ist ein Grund zum Feiern, wenn wir heute den lebendigen, den auferstandenen Herrn unserer Kirche und unseres Lebens suchen und seine Gegenwart und Nähe.

 

Gebet

Allmächtiger, lebensschaffender Gott, du hast deinen Sohn in die Welt gesandt, um uns zu helfen und zu den Menschen zu machen, die wir gerne wären. Durch Jesu Leben, Tod und Auferstehung wissen wir, dass trotz allen Leids uns nichts trennen kann von deiner ewigen Liebe. Du machst unsere Welt neu, durch die wir unsicher schreiten. Gehe du uns voran und lass dein Osterlicht leuchten. Das bitten wir, durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Gedanken:

Der Beginn des Lebens ist ein Wunder. Jedes Kind, das auf die Welt kommt, ist ein Wunder. Jedes Menschenleben ist ein Wunder, die Wissenschaft kann mittlerweile die Entstehungsbedingungen gut beschreiben und auch darin eingreifen, bis zu einem gewissen Punkt sogar künstlich herstellen, aber nur, indem sie auf anderes Leben zurückgreift. In diesem Sinne lässt sich sagen: Wie und warum Leben entsteht, lässt sich zwar beschreiben, aber nicht erklären.

 

Es mag sein, und da sind wir mitten im Ostersonntag, dass das Ende des irdischen Lebens ein genauso großes, wenn nicht noch größeres Wunder ist. Bloß käme niemand bei Verstand auf die Idee, den Tod als ein Wunder zu bezeichnen. Zu groß ist der Schmerz, wenn er einen Menschen betrifft, den man liebt. Günstigstenfalls gilt der Tod noch als Erlösung, aber als Wunder bezeichnet ihn niemand, auch wenn er genauso gut beschreibbar, unerklärbar, herstellbar ist wie das Leben. Wann lebt jemand, wann ist jemand tot: An diesen Randbereichen des Lebens wird es ernst. Todernst und lebenswichtig. Diese beiden Grenzen, der Beginn des Lebens und sein Ende, entziehen sich einer guten, für alle zufriedenstellenden Definition.

 

Warum leben wir, warum sterben wir, was kommt danach: Mit diesen drei Fragen beschäftigen sich alle Religionen, und sie geben teils ähnliche, teils ganz unterschiedliche Antworten darauf. Sie versuchen, einen Zusammenhang herzustellen und allem, was passiert, einen Sinn zu geben. Das Christentum spielt an einer entscheidenden Stelle nicht mit: Der Tod hat keinen Sinn. Der Tod ist sinnlos. Er ist sogar ein Feind. Einer, der besiegt werden muss, einer der besiegt ist. Jesus Christus hat ihn besiegt, und das ist nicht einfach nur schön für ihn, sondern hat für uns Konsequenzen. Ich lese aus dem 15. Kapitel des 1. Korintherbriefs Verse 19-23:

 

19 Wenn wir nur für das jetzige Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als irgendjemand sonst auf der Welt.

20 Nun aber ist Christus vom Tod auferweckt worden, und als der erste Auferweckte gibt er uns die Gewähr, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden.

21 Durch einen Menschen kam der Tod. So kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung vom Tod.

22 Alle Menschen gehören zu Adam, darum müssen sie sterben; aber durch die Verbindung mit Christus wird ihnen das neue Leben geschenkt werden. Die Vollendung steht noch aus.

23 Doch das alles geschieht zu seiner Zeit und in seiner vorbestimmten Ordnung: Als Erster wurde Christus vom Tod auferweckt. Wenn er wiederkommt, werden die auferweckt, die zu ihm gehören.

 

Ich wünsche Ihnen auf diesem Wege ein gesegnetes Osterfest!

Möge Gott unsere Situation so überwinden, dass wir von einer Auferstehung reden können und uns daran freuen.

Pfarrer Maile