2. Sonntag nach dem Dreieinigkeitsfest


Christus spricht im Wochenspruch (Matth 11,28): Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Eine wunderbare Einladung am Sonntag. Wenigstens einen Tag der Woche, an dem es Ruhe und Erholung gibt, wo die Alltagsgeschäfte schweigen können. Nehmen wir die Einladung Jesu an und finden wir Entspannung für unsere unruhigen Seelen.

 

Gebet

Gott, wir suchen den Zuspruch für unser Leben nicht immer dort, wo wir Gnade finden würden. Oft laufen wir die falschen Wege. Sorgen und Ängste belasten unseren Alltag.

Hochmütig meinen wir, alles selbst regeln zu können. Verzeihe unseren Hochmut, und hilf uns. Wir bitten: Erbarme dich unser.

    Gnadenzusage: (Matthäus 11,29)

Christus spricht: Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.

 

Bibeltext: Matthäus 11,28

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken!“

Dieser Mensch trägt schwer – an sich selbst. Der Fingerabdruck, das wissen wir aus Kriminalfilmen und -romanen, ist das unverwechselbare Kennzeichen einer Person, ein Ausweis seiner Identität. Wehe, sie werden an einem Tatort gefunden. Dann ist man noch nicht schuldig, wird aber oft schwierigen Gesprächen, ja Verhören unterzogen. Das ist peinlich und beschämend.

 

Dieses Selbst trägt der Mensch auf seinem Rücken, wie es aussieht. Er geht gebeugt. Zugleich aber sehr aufmerksam. Er schaut auf den Boden, wo viele Fußabdrücke zu sehen sind – sowohl hinter ihm als auch vor ihm. Der Mensch will richtig gehen, so scheint es. Er will dahin treten, wo schon ein Abdruck ist. Der Mensch auf dem Bild hat ein doppeltes Problem, gleichzeitig: Er trägt schwer an seinem Selbst – will zugleich aber keine eigenen Wege gehen, sondern einen Weg, der ihm vorgezeichnet ist. Das wirkt nicht nur mühsam, das ist mühsam. Er geht eingetretene Pfade und weiß nicht so genau, wer er ist – er weiß nur, dass er schwer trägt an sich.

    Das kleine Bild zeigt einen vollendeten Widerspruch. Niemand kann er oder sie selbst sein, wenn man zum einen nur ausgetretene Wege benutzt und zum anderen nur schwer an sich trägt. Das kann nicht gut gehen.

Geht es auch nicht, wie Jesus weiß. Darum gilt uns Menschen einer seiner schönsten Sätze im Neuen Testament (Matth 11,28). Jesus sagt zu denen, die in seiner Nähe sind: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Das ist eine Einladung an uns, wir selbst zu werden.

    Das können wir, wenn wir uns erkennen. Ja, wir haben Lasten. Ja, wir sind oft mühselig und beladen. Jesus ruft ja nicht einfach alle zu sich, sondern die, die sich beladen fühlen, die schwer an sich selber tragen. Wer weiß, dass er zu denen gehört, nimmt womöglich die Einladung an. Schließlich verspricht Jesus ja, alle die Mühseligen und Beladenen zu erquicken. Wie geht das? Wie macht er das?

Wieder durch Ehrlichkeit. Wir dürfen so sein, wie wir sind. Wir dürfen Lasten haben und Ängste; wir dürfen manchmal nicht ein noch aus wissen. Das ist keine Schande, sondern menschlich. Wer immer stark sein will und anderen Stärke vorspielt, wird bald schwächer sein als nötig. Stark werden die, die sich zu ihrer Schwäche bekennen und sich und Gott eingestehen: Ja, mir ist oft elend zumute. Ja, ich möchte mir manchmal die Decke über den Kopf ziehen und nichts mehr wissen müssen.

Das müssen wir auch nicht. Jesus weiß ja, wie es weitergehen kann.

Es geht weiter mit Ehrlichkeit. Sie erquickt uns. Jesus sagt ein paar Worte später: Lernt von mir. Geht nicht die ausgetretenen Pfade, soll das bedeuten, sondern lernt von Jesus. Bei ihm lernen wir, dass wir nicht leichter werden, wenn wir nur über die eigenen Lasten klagen. Ein besonderer Weg macht Beladene etwas leichter: die Achtsamkeit für andere. Je mehr ich mich um andere sorge, desto leichter werde ich selber. Das ist der Königsweg, der Weg Jesu.

Es grüßt Sie ganz herzlich

Pfarrer Maile

 

Unsere sonntäglichen Gottesdienste finden wieder statt unter besonderen Umständen:

Es dürfen nur 25 Personen die Kirche besuchen. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn nicht mehr Personen den Kirchenraum betreten dürfen.

Mundschutz und Desinfektion ist klar!

Bitte an die ausgewiesenen Plätze sitzen. Frau Mantsch, unsere Mesnerin, weist Sie ein.

Besonders möchten wir darauf hinweisen, dass wir Namen und Anschrift der Gottesdienstbesucher/-innen erfassen müssen, um bei einer eventuellen Infektion die Nachverfolgung zu erleichtern.

Wir dürfen nicht singen im Gottesdienst, aber die Orgel spielt ausgewählte Lieder.

Der Gottesdienst darf nicht länger wie 35 Minuten dauern.

Auch der Aufzug darf nur allein benutzt werden.

Der Kirchengemeinderat hat in seinen letzten Sitzungen ein Infektionsschutzkonzept für die Feiern von Gottesdiensten beraten und beschlossen. Das Konzept ist in den Schaukästen und Anschlagtafeln ausgehängt, sowie auf unserer Homepage einsehbar.

 

Schrittweise Öffnung unseres Gemeindehauses ab 15.06.2020

Wir freuen uns, dass wir unsere Gemeinderäume wieder benutzen und zur Verfügung stellen können. Wie Sie sicher verstehen ist das nur unter besonderen Auflagen, die der Kirchengemeinderat in einem Infektionsschutzkonzept beschlossen hat, möglich.

Hier ein paar wichtige Punkte:

Der Brenz-Saal (groß) kann höchstens von 10 Personen, zusammen mit dem Blarer-Saal (klein), bei geöffneter Faltwand mit 15 Personen belegt werden. Die Veranstaltung darf nicht länger als eine Stunde dauern. Die Desinfektion ist von den Benutzern vor und nach der Belegung vorzunehmen. Die Gruppenverantwortlichen sind verpflichtet auf die Einhaltung des Infektionsschutzkonzeptes zu achten.

Die Benutzung unserer Räume kann nur nach Voranmeldung, auch für die ständigen kirchlichen Gruppen, erfolgen. Die Anmeldungen nimmt Frau Mantsch, unsere Mesnerin oder das Pfarramt entgegen. Die Kontaktdaten finden Sie unten bei der Rubrik „Hinweise“. Vor der Belegung der Räume ist die Anerkennung des Infektionsschutzkonzeptes von den jeweiligen Gruppenverantwortlichen zu unterschreiben.

 

Konfirmation 2020

Die Eltern laden wir am Sonntag, den 21.06.2020, nach dem Gottesdienst um 11.00 Uhr, in die Kirche zu einem gemeinsamen Gespräch ein. Bitte Mund- und Nasenschutz mitbringen und die Abstandsvorschriften einhalten.

 

Konfirmation 2021

Zu einem Informationsgespräch laden wir Sie am Sonntag, den 28.06.2020, nach dem Gottesdienst um 11 Uhr, in unsere Kirche ein. Die Anmeldung zur Konfirmation kann an diesem Termin auch erfolgen.

 

Kinder-Bibelwoche / Zelttage
Ursprünglich war bei den Zelttagen 2020 in Zell auch eine Kinderbibel-Woche (=KiBiWo) geplant. Nun kam ja Corona dazwischen und die Zelttage müssen auf das nächste Jahr verschoben werden. Aber trotzdem soll im Juni noch einiges online „laufen“. Auch für die Kinder.
Christoph Noll, der von Seiten der DIPM ( = Deutsche Indianer Pionier Mission) für das Kinderprogramm zuständig ist, schrieb:


WeBiWo“ (Web-Kinder-Bibelwoche):
Termin
: 15. - 19.06., jeweils von 16:00 bis 17:15 Uhr.
Programm
: Singen, Spielen, Geschichten, …
Am Samstag, 20.06. findet ein „Online-Familienfrühstück“ statt.

Liebe Eltern der Grundschulkinder, ob Sie bitte Ihre Kinder drauf hinweisen können? Vielen Dank.

Die sonstigen Wochenveranstaltungen können leider noch nicht stattfinden.

 

Hinweis:

Verantwortlich für diese Ankündigungen.

Evangelisches Pfarramt Zell a.N. Kirchstraße 11/1, Telefon 36 61 12.

Pfarrer Martin Maile

Pfarramt Sekretariat Frau Gerda Mauthe

Öffnungszeiten: Di 17-19 Uhr und Do 9 -11 Uhr

Bankverbindung: Konto Nummer 70 60 64 011,

Volksbank Plochingen BLZ 611 913 10

BIC: GENODES1VBP, IBAN: DE60611913100706064011

Mesnerin Frau Anna Mantsch: Telefon 13 632 532

Weitere Informationen stehen unter www.ev-kirche-zell-am-neckar.de

 

 

1.Sonntag nach Trinitatis


Es ist zu behaglich in unseren Gottesdiensten, sagen Kritiker. Christus tröstet die Traurigen, ja. Er konfrontiert die Religiösen, ja. Aber alle anderen fordert er heraus. Das ist eine Einstellung im Leben von Jesus, nicht Behaglichkeit oder Wohlgefühl. Wer ihm nachfolgen will, soll sich zum Unbequemen locken lassen. Wir hören heute davon und stellen uns unter den Wochenspruch (Lk 10,16a), in dem Jesus zu seinen Jüngern sagt: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.

Gebet

Gott, du Lebensatem. Wir kommen zu dir mit Freude und Dank. Wir wollen uns verbinden mit deiner Heiterkeit. Wir kommen zu dir mit Zweifel und Unsicherheit und suchen deine Weite und dein Angesicht. Du lässt uns in einen Spiegel schauen. So ist die Welt, so ist das Leben, so bist du. Wir erinnern uns an deine Zusage und bitten: Komm uns nahe, Gott, rück uns auf den Pelz und lass uns deinen Atem spüren. Wir bitten das durch Christus, unseren Herrn.

 

Bibeltext Apostelgeschichte 4, 32-37

32 Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam.

33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.

34 Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte

35 und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.

36 Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde – das heißt übersetzt: Sohn des Trostes –, ein Levit, aus Zypern gebürtig,

37 der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den Aposteln zu Füßen.

 

Gedanken

Eine Utopie – das ist die Beschreibung vom Leben, das unerreichbar scheint. Aber denkbar. Wie das Zusammenleben sein könnte, aber bei uns nicht ist. Ein Buch dieser Art trägt den Titel: Das Jahr 2440. Zum Vergleich: Das Raumschiff Enterprise fliegt im Jahr 2200 in unbekannte Galaxien, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat. Hier aber: Das Jahr 2440. Der Ich-Erzähler dieses Romans schläft im Paris des Jahres 1769 ein und erwacht im Jahr 2440. Als er vor die Tür tritt, sieht er ein Paris, in dem es eine Revolution gegeben hat – friedlich. Vernunft und Gemeinsinn herrschen nun. Der König ist ein Bürgerkönig, erzogen von einfachen Leuten, und bewegt sich frei unter seinen Mitmenschen. Im Alter von 24 heiratete der König eine Bürgerliche. In den Kutschen fahren nicht mehr Adlige, sondern verdiente ältere Bürger. Alle Arbeit wird respektiert. Das Verkehrswesen ist rücksichtsvoll geregelt, die Steuern abgeschafft und der Tabak übrigens auch. Geld, Privateigentum und Lohnarbeit sind vorhanden, sie unterliegen aber der Sozialpflicht, sodass mit Geld Gutes getan wird. Zum Beispiel bekommen Behinderte Unterstützung. Alle Bürger unterwerfen sich freiwillig einem System von Strafen. Sie wollen das moralisch hochstehende und herrschaftsarme Leben unterstützen. Nur für die Frauen hat sich nicht so viel geändert. So weit reichte die Fantasie des Autors wohl nicht. Die Frau bleibt nach wie vor zu Hause, schminkt sich nicht, trinkt und raucht nicht.

Hatten wir nicht mal eine Sehnsucht nach der Zukunft? Hatten wir nicht Heimweh nach einer besseren Welt? Kannten wir nicht diese Träume, tatsächlich und real gelebt in der Bibel, vorweggenommen im Fernsehen, ausgesprochen in Romanen? Die gute Zukunft scheint nur noch als Erinnerung zu leben. Dann erinnern wir uns doch bitte auch an die Utopien von gestern! Erinnern wir uns an die Früheren. Die in Jerusalem. Sie waren die Paten und Patinnen der Zukunft, die nicht überlegt haben, sondern losgelegt haben. Weil sie angestoßen waren von dem Gedanken, dass sich eine Zeit erfüllt, eine göttliche Zeit. Diese Christinnen und Christen haben die Menschenliebe Gottes, die sie von Jesus kannten, direkt in etwas Gutes umgesetzt. Und alles, was sie besaßen, haben sie in etwas Gutes umgesetzt statt darauf sitzenzubleiben.

    Das Motto hieß und heißt: Hingabe. Jetzt, haben sie gesagt, jetzt fängt es an, nicht irgendwann. Sie haben verstanden, dass die Zukunft nicht darin liegt, auf sie zu warten.

Trinitatisfest - Gottes Dreifaltigkeit

Mit drei guten Wünschen auf einmal begrüßt uns der Wochenspruch (2. Kor 13,13), der nächsten Woche: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen.“

So klingt es am Sonntag der Dreieinigkeit Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Unser Gott ist drei in eins. Das feiern wir heute.

 

Gebet

Guter Gott, du bist wie ein Vater im Himmel, du bist wie ein geliebter Sohn, du wirkst wie ein unsichtbarer Geist. Du wirkst dreifach und wir schaffen es meistens nicht, auf einfache Weise gut zu sein.

Herr, guter Gott. Du segnest, und wir sollen ein Segen sein. Da geht wohl etwas Hand in Hand. Öffne unsere Herzen, unsere Sinne und unseren Verstand für deine Gegenwart, für deine Lebenskraft. Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.

 

Bibeltext - Der priesterliche Segen- 4. Mose 6

22 Und der HERR redete mit Mose und sprach:

23 Sage Aaron und seinen Söhnen und sprich: So sollt ihr sagen zu den Israeliten, wenn ihr sie segnet:

24 Der HERR segne dich und behüte dich;

25 der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

26 der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

27 Denn ihr sollt meinen Namen auf die Israeliten legen, dass ich sie segne.

 

Gedanken

Das haben wir schon einmal gehört. Worte, die sehr oft den Gottesdienst beschließen. Ein Zuspruch, ein Wunsch: „Der Herr segne dich.“ Aber kein dummer Wunsch, sondern einer, von dem es heißt, dass Gott ihn selbst erfüllt. „Ihr sollt meinen Namen auf die Menschen legen, damit ich sie segne.“ Sagt Gott, der Herr. Und da wollen wir doch nicht gleich widersprechen, sondern das erstmal hören und glauben: Gott segnet die Menschen.

    Ganz am Anfang, in der Urzeit, in den ersten Geschichten, da heißt es: Gott schuf die Menschen. Er schuf sie zu seinem Bilde. Er sah, dass es gut war. Und er segnete sie. Segnen heißt: Gott spricht den Menschen alles zu, was sie brauchen. Er spricht das Leben und er spricht die Menschen gut. (Das kann man noch im Lateinischen sehen, wo segnen benedicere heißt: Gut sagen.) Gott überträgt etwas von seiner Kraft auf die Menschen, damit sie das Leben leben können. Und wir wissen, da kommen dann zum Guten auch ganz schnell Schweiß und Blut und Tränen. Es stellt sich heraus: Der Mensch greift nach höheren Früchten. Der Mensch will selbst entscheiden; das kann er auch um Gottes Willen, aber da geht dann eben auch manches schief im Leben. Ganz klar. Blut und Schweiß und Tränen eben. Und wenn es so kommt, gerade dann brauchst du viel Kraft. Dann brauchst du Segen. Da reichen kluge Gedanken alleine nicht. Dann brauchst du den Zauber aus der anderen Dimension. Wie willst du sonst überleben?

     Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein. Auch das hat Gott gesagt. Ursprünglich zu Abraham, aber der Name ist am Ende austauschbar und da sehen wir vielleicht schon, wie das Ding läuft. Segen kann man weitergeben. Man kann auch andere gut reden. Man kann auch alles schlecht reden: Verflucht noch mal! Aber das muss ja nicht sein. Und man ist auch nicht dazu verpflichtet. Man kann auch gut reden: „Mach‘s gut!“ Oder: „Gott behüte dich!“ Segen fließt. In uns und auch durch uns.

     Manche Menschen sollen tatsächlich gerade wegen des Segens am Schluss zum Gottesdienst kommen, habe ich gehört. Die warten darauf, dass die Person in Schwarz die Arme hebt und die alten Worte freilässt: „Der Herr segne dich und behüte dich …“. Der aaronitische Segen. Aus Zeiten, die für uns nicht mehr greifbar sind. Das sind Worte, die die Welt verändert haben, Worte, die so alt sind, dass der Wumms von ganz alleine kommt. Eine uralte Formel, die die Kraft in sich trägt. Ein Zuspruch, der einfach wiederholt werden muss.

 

Es grüßt Sie ganz herzlich

Pfarrer Maile

Pfingsten 2020

Wie damals Petrus und die Jünger in Jerusalem werden wir angerührt vom Geist Gottes, der Überraschungen bereithält – wie diese hier im Wochenspruch (Sacharja 4,6): Es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. Lassen wir uns davon anstecken, damit wir nicht immer und überall bleiben müssen, die wir sind.

 

Gebet

Dreieiniger Gott, du hast diese Welt und deine Kirche nicht verlassen.

Manchmal spüren wir nichts von deiner Nähe. Manchmal wollen wir nichts wissen von deiner Gegenwart.

Heiliger Geist, Geist Jesu Christi, Tröster, erbarme dich unser in unserer Trostlosigkeit.

Komm uns zu Hilfe in unserer Geistlosigkeit.

Mache uns lebendig und entzünde in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe. Wir bitten dich um dein Erbarmen.

Jesus sagt: Der Geist ist’s, der lebendig macht.

Friede sei mit euch allen.

 

Bibeltext zu Pfingsten

1 Und als der Pfingsttag gekommen war, waren sie alle an einem Ort beieinander.

2 Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen.

3 Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,

4 und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in andern Sprachen, wie der Geist ihnen gab auszusprechen.

 

Die Pfingstgeschichte ist die Gegengeschichte zur Geschichte vom Turmbau zu Babel. Dort wird erzählt, wie Menschen in ihrem Wahn, „sich einen Namen zu machen“, wie das erste Buch Mose es ausdrückt – also in ihrem Wunsch, alles zu beherrschen und zu kontrollieren – einen Turm bis an den Himmel bauen wollen. Gott verwirrt daraufhin ihre Sprachen, sodass sie einander nicht mehr verstehen können. Der Name Babel drückt das anschaulich aus: die Sprache der Menschen wird füreinander zum unverständlichen Gebrabbel. Menschen vereinzeln und vereinsamen. So ist es, wenn Menschen einander nicht mehr verstehen können.

 

Die Apostelgeschichte zeichnet ein Gegenbild. Menschen aus der ganzen damals bekannten Welt sind in Jerusalem, um das Wochenfest zu feiern: Parther, Meder, Elamiter – und so weiter. Petrus, ein einfacher Fischer aus Galiläa, erzählt von seinem Glauben an Jesus und wird verstanden. Er spricht direkt zum Herzen von so vielen Menschen, dass, wie die Apostelgeschichte erzählt, 3.000 Menschen sich an diesem Tag taufen lassen.

Wie ist das möglich?, frage ich mich und sehe mich dabei in guter Gesellschaft. Was will das werden?, fragen die einen, die das Ganze in Jerusalem miterleben. Die anderen bleiben skeptisch. Sie können sich dieses neue Einverständnis nur damit erklären, dass die Jünger wohl zu tief ins Glas geschaut haben. Wie ist das möglich, dass aus verunsicherten und vereinzelten Menschen eine Gemeinschaft wird, die zusammensteht und die andere begeistert und damit ansteckt, dass sie Feuer und Flamme sind? Die Apostelgeschichte gibt eine eindeutige und einfache Antwort: Gott kommt, überraschend und überwältigend.

Die Pfingstgeschichte beschreibt nicht nur eine Sehnsucht, sondern erzählt, wie Gott kommt. Der Heilige Geist zeigt sich an den Wirkungen. Aus vielen Einzelnen wird eine Gemeinschaft. Menschen verstehen einander. Menschen werden aufgerichtet und getröstet. Sie begegnen einander als Geschwister – da ist nicht einer besser als der andere. Alles in allem ereignet sich, was mit Jesus, seinen Worten und seinen Taten begonnen hat.

Wenn ich ihn einlade, könnte es sein, dass er auch kommt. Und wenn er kommt, dann kommt er wahrscheinlich anders als ich erwarte. Der Heilige Geist ist ein überraschender Gast. Er hält sich nicht an meine Konventionen und Vorgaben. Er lehrt mich, die Welt anders zu sehen. Sie nicht in Oben und Unten, Gerecht und Ungerecht einzuteilen, sondern mit den Augen der Liebe anzuschauen. Er gibt verschwenderisch, um mich zu ermutigen zu geben, was ich habe.

 

Es grüßt Sie ganz herzlich Pfrarrer Maile

 

Zum Sonntag Kantate finden Sie im Internet bei YouTube einen Beitrag der Evang. Kirchengemeinde Esslingen-Zell - www.youtube.com/channel/UCb5TiQ4PeBHaj5Km45Ukksw. Also nun auch im Internet!

Ebenso eine Kurzandacht auf dem Anrufbeantworter der Kirchengemeinde Tel.: 3580836.

 

Unsere sonntäglichen Gottesdienste finden im Moment wieder statt unter besonderen Umständen:

Es dürfen nur 25 Personen die Kirche besuchen. Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn nicht mehr Personen den Kirchenraum betreten dürfen.

Mundschutz und Desinfektion ist klar!

Bitte an die ausgewiesenen Plätze sitzen. Frau Mantsch, unsere Mesnerin, weist Sie ein.

Besonders möchten wir darauf hinweisen, dass wir Namen und Anschrift der Gottesdienstbesucher/-innen erfassen müssen, um bei einer eventuellen Infektion die Nachverfolgung zu erleichtern.

Wir dürfen nicht singen im Gottesdienst, aber die Orgel spielt ausgewählte Lieder.

Der Gottesdienst darf nicht länger wie 35 Minuten dauern.

Auch der Aufzug darf nur allein benutzt werden.

Der Kirchengemeinderat hat in seinen letzten Sitzungen ein Infektionsschutzkonzept für die Feiern von Gottesdiensten beraten und beschlossen. Das Konzept ist in den Schaukästen und Anschlagtafeln ausgehängt, sowie auf unserer Homepage einsehbar.

 

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, die dieses Jahr noch Konfirmation feiern, liebe Eltern, bitte vormerken:

Der nächste Konfirmandenunterricht findet am Mittwoch, 17.06. (nach den Pfingstferien) um 16.30 Uhr statt. Wir treffen uns vor der Kirche, bitte Abstand halten.

Die Eltern laden wir am Sonntag, den 21.06.2020, nach dem Gottesdienst um 11.00 Uhr, in die Kirche zu einem gemeinsamen Gespräch ein.

 

Die sonstigen Wochenveranstaltungen können leider noch nicht stattfinden.

 

Hinweis:

Verantwortlich für diese Ankündigungen.

Evangelisches Pfarramt Zell a.N. Kirchstraße 11/1, Telefon 36 61 12.

Pfarrer Martin Maile

Pfarramt Sekretariat Frau Gerda Mauthe

Öffnungszeiten: Di 17-19 Uhr und Do 9 -11 Uhr

Bankverbindung: Konto Nummer 70 60 64 011,

Volksbank Plochingen BLZ 611 913 10

BIC: GENODES1VBP, IBAN: DE60611913100706064011

Mesnerin Frau Anna Mantsch: Telefon 13 632 532

Weitere Informationen stehen unter www.ev-kirche-zell-am-neckar.de

 

Himmelfahrt

Der Himmel erzählt viele Geschichten. Von unendlicher Weite, Treue und Freiheit. Von Himmelblau, Wolkendunkel, Morgenrot. Möge Gott unsere Ohren und Herzen weit öffnen, damit wir sie hören können.

An diesem Tag wollen wir uns groß machen, uns zum Himmel ausstrecken und darauf vertrauen, dass Christus uns entgegenkommt (Joh 12,32): Christus spricht: Wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.

 

Gebet

Du, Gott, du hast unsere Welt gemacht in deiner guten Ordnung: den Himmel über uns mit Lichtern für Tag und Nacht, die Erde unter uns mit Tieren und Pflanzen, Meer und Land.

Wir bitten dich: Hilf uns, deine Ordnung zu begreifen, die Verantwortung für deine Schöpfung zu tragen und aus der Kraft des Himmels zu leben.

 

Bibeltext Johannes 17, 20-26

20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden,

21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast.

22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind,

23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

24 Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.

25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast.

26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

 

Nichts trennt uns mehr vom Himmel. Nicht nur, weil heute viele Gläubige „unter freiem Himmel“ sitzen, stehen und feiern, sondern vor allem deswegen, weil ein Himmlischer für uns bittet. Als Jesus diese Worte spricht, wirkt er ja schon wie „nicht ganz von dieser Welt“.

   Das ist beim Evangelisten Johannes so. Man meint immer, Jesus bewege und spreche wie ein Fußbreit über dem Boden, schon halb entrückt. Das will Johannes so. Die Erde kann dem Sohn Gottes nicht wirklich etwas anhaben. Er ist zugleich Himmel.

Und nimmt uns dahin mit. Durch sein Gebet. Der Himmlische bittet für die Irdischen, dass sie Gott als Vater annehmen. Und die Herrlichkeit des Himmels damit auf sie übergehe.

  Als seien wir nicht ganz von dieser Welt. Jesus verwandelt diesen eher abschätzigen Ausdruck in unser Markenzeichen, in das christliche „Alleinstellungsmerkmal“: nicht ganz von dieser Welt. Zu einem großen Ziel: damit die Liebe in uns sei und bleibe. Und für uns eben nicht die harten und kantigen Gesetze der Welt gelten. Habt Himmel im Herzen, bittet der Himmlische; und allezeit die Herrlichkeit der Liebe in euren Händen.

Habt Himmel im Herzen und Liebe in den Händen. Dafür feiern wir Himmelfahrt. So wünsche Ihnen einen schönen Vatertag, damit dies in unseren Familien Wirklichkeit wird.

 

Es grüßt Sie

Pfarrer Martin Maile

 

 

 

 

 

 

Zum Sonntag Kantate finden Sie im Internet bei YouTube einen Beitrag der Evang. Kirchengemeinde Esslingen-Zell. Also nun auch im Internet!

Ebenso eine Kurzandacht auf dem Anrufbeantworter der Kirchengemeinde Tel.: 3580836.

 

Unsere sonntäglichen Gottesdienste finden im Moment wieder statt unter besonderen Umständen:

Es dürfen nur 25 Personen die Kirche besuchen.

Wir bitten um Ihr Verständnis, wenn nicht mehr Personen den Kirchenraum betreten dürfen.

Mundschutz und Desinfektion ist klar!

Bitte an die ausgewiesenen Plätze sitzen. Frau Mantsch, unsere Mesnerin, weist Sie ein.

Wir dürfen nicht singen im Gottesdienst, aber die Orgel spielt ausgewählte Lieder.

Der Gottesdienst darf nicht länger wie 35 Minuten dauern.

Auch der Aufzug darf nur alleine benutzt werden.

 

(Bitte hier unsere Regeln veröffentlichen) Meine Worte vielleicht rausnehmen?

 

Der Gottesdienst für den Sonntag 24. Mai 2020 findet wie oben beschrieben statt. Der Predigttext aus Jeremia 31,31-34 lautet:

 

31 Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen,

32 nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloss, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR;

33 sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein und ich will ihr Gott sein.

34 Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: »Erkenne den HERRN«, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, Klein und Groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.

Für Sonntag 17. Mai 2020 – Rogate

„Rogate“ heißt der heutige Sonntag mit seinem alten lateinischen Namen – auf Deutsch: Betet. Wie wir heute beten können, darum geht es, und im Mittelpunkt steht das Gebet, das Jesus uns selbst zu beten gelehrt hat. Als Zusage und Ermutigung passt dazu der Wochenspruch dieser Woche aus Psalm 66,20: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

 

Predigttext Matthäus 6, 9-13:

9 Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!

Dein Name werde geheiligt.

10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

11 Unser tägliches Brot gib uns heute.

12 Und vergib uns unsere Schuld,wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

13 Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Gedanken zum Text

Als ich im Krankenhaus war, habe ich wieder angefangen zu beten“, sagte mir der ältere Mann, den ich nach überstandener Operation zum Geburtstag besuchte. So wie ihn gibt es viele, die in schwierigen Situationen wiederentdecken: Es hilft, sich im Gebet an Gott zu wenden. „Not lehrt beten“, wird darum immer gesagt. Nicht nur in persönlichen Notsituationen ist das so. Wenn etwas Schlimmes auf der Erde passiert ist, eine Naturkatastrophe vielleicht oder ein Terroranschlag, finden sich Menschen in der Kirche ein, um miteinander zu beten. So ist es im Moment auch in Zeiten der Coronakrise. Wir dürfen wieder zu den Gottesdienstzeiten zusammenkommen und beten. Nicht mehr wie 25 Personen. Zur einen Tür rein, zur anderen hinaus. Mit Angabe des Namens und der Telefonnummer, weil eine mögliche Infektionskette bekannt sein muss, aber was ist das schon angesichts der Möglichkeit gemeinsam zu beten und sich zu sehen?

 

Den sieben Bitten des Vaterunsers ist im Laufe der Überlieferung der Bergpredigt noch ein Abschluss hinzugefügt worden. Die ersten drei Bitten waren direkt auf Gott bezogen: dein Name, dein Reich, dein Wille. In den anderen vier Bitten geht es um unsere Welt: Unser Brot, unsere Schuld, unsere Versuchungen, unser Böses. Mit dem Abschluss wird der Blick noch einmal auf Gott gelenkt, dem wir alles verdanken: dein Reich, deine Kraft, deine Herrlichkeit. Weil mein Leben reich wird, wenn ich mich darauf ausrichte, darum bete ich: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

„Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung“

Seit vielen Jahren sind diese Worte zum Gebet für mich die schönsten, die das Vaterunser ergänzen. Im Gebet rede ich nicht mit anderen Menschen, sondern mit Gott.

  

Fürbittengebet

Jesus Christus, du hast uns gelehrt, wie wir beten können. Darum kommen wir zu dir und beten dich an zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist und rufen:

VATER UNSER IM HIMMEL.

    Erschrocken sind wir darüber, wie oft dein Name missbraucht wird. Menschen führen in deinem Namen Kriege, üben Hass und Gewalt. Wir bitten dich, dass wir und alle Verantwortlichen lernen, in Wort und Tat dich zu ehren und zu fürchten.

Darum beten wir:

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME.

    Wir sehen Leid und Unfrieden in vielen Ländern der Erde, aber auch bei uns und in unserer Umgebung. Wir bitten um Frieden und Gerechtigkeit und beten:

DEIN REICH KOMME.

    Wir sehen, wie die ganze Schöpfung ächzt durch unsere Ausbeutung, wir sehen die Zerstörung der Regenwälder und die Gefährdung des Klimas. Wir bitten für deine ganze Schöpfung, Wasser, Erde und Luft, für die Pflanzen und Tiere und rufen zu dir:

DEIN WILLE GESCHEHE, WIE IM HIMMEL, SO AUF ERDEN.

    So vielen Menschen fehlt es am Nötigsten zum Leben, Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf und die Zuwendung von anderen Menschen. Für sie alle und auch für uns bitten wir dich:

UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

     Immer wieder werden wir schuldig an dir und an unseren Mitmenschen. Manchmal gewollt, manchmal ohne Absicht verletzen wir uns. Wir bitten dich für uns alle, die wir schuldig werden, und die wir unbarmherzig sind im Umgang mit anderen:

VERGIB UNS UNSERE SCHULD, WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

    Macht, Geld und Reichtum, das sind die Versuchungen, die uns und so viele dazu treiben, zu tun, was nicht gut ist. Wir bitten dich für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, aber auch für jede und jeden von uns:

FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG, SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

    So vertrauen wir uns miteinander dir an und preisen dich:

DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT IN EWIGKEIT. AMEN.

 

Es grüßt Sie Pfarrer M.Maile

 

Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ Psalm 66,20

 

Sonntag, 17. Mai

9.50 Uhr Gottesdienst, Pfarrer Maile

Predigt: Matthäus 6, 9-13

Opfer: Hoffnung für Osteuropa

 

Wir sind dankbar, dass wir wieder gemeinsam Gottesdienst feiern können!

Dafür ist es aber notwendig, dass wir bestimmte Regeln einhalten:

Mundschutz und Abstandsvorschriften werden uns auch in diesem Gottesdienst begleiten. Wir sind am Sonntag für Sie da und unterstützen Sie, wenn Sie sich unsicher fühlen. Besonders möchten wir darauf hinweisen, dass wir Namen und Anschrift der GottesdienstbesucherInnen erfassen müssen, um bei einer eventuellen Infektion die Nachverfolgung zu erleichtern.

Der Kirchengemeinderat hat in seinen letzten Sitzungen ein Infektionsschutzkonzept für die Feiern von Gottesdiensten beraten und beschlossen. Das Konzept ist in den Schaukästen und Anschlagtafeln ausgehängt, sowie auf unserer Homepage einsehbar.

 

Andacht für Sonntag 17. Mai 2020 – Rogate

„Rogate“ heißt der heutige Sonntag mit seinem alten lateinischen Namen – auf Deutsch: Betet. Wie wir heute beten können, darum geht es, und im Mittelpunkt steht das Gebet, das Jesus uns selbst zu beten gelehrt hat. Als Zusage und Ermutigung passt dazu der Wochenspruch dieser Woche aus Psalm 66,20: Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.

 

Predigttext Matthäus 6, 9-13:

9 Darum sollt ihr so beten:

Unser Vater im Himmel!

Dein Name werde geheiligt.

10 Dein Reich komme. Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

11 Unser tägliches Brot gib uns heute.

12 Und vergib uns unsere Schuld wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

13 Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Gedanken zum Text

„Als ich im Krankenhaus war, habe ich wieder angefangen zu beten“, sagte mir der ältere Mann, den ich nach überstandener Operation zum Geburtstag besuchte. So wie ihn gibt es viele, die in schwierigen Situationen wiederentdecken: Es hilft, sich im Gebet an Gott zu wenden. „Not lehrt beten“, wird darum immer gesagt. Nicht nur in persönlichen Notsituationen ist das so. Wenn etwas Schlimmes auf der Erde passiert ist, eine Naturkatastrophe vielleicht oder ein Terroranschlag, finden sich Menschen in der Kirche ein, um miteinander zu beten. So ist es im Moment auch in Zeiten der Coronakrise. Wir dürfen wieder zu den Gottesdienstzeiten zusammenkommen und beten. Nicht mehr wie 25 Personen. Zur einen Tür rein, zur anderen hinaus. Mit Angabe des Namens und der Telefonnummer, weil eine mögliche Infektionskette bekannt sein muss, aber was ist das schon angesichts der Möglichkeit gemeinsam zu beten und sich zu sehen?

 

Den sieben Bitten des Vaterunsers ist im Laufe der Überlieferung der Bergpredigt noch ein Abschluss hinzugefügt worden. Die ersten drei Bitten waren direkt auf Gott bezogen: dein Name, dein Reich, dein Wille. In den anderen vier Bitten geht es um unsere Welt: Unser Brot, unsere Schuld, unsere Versuchungen, unser Böses. Mit dem Abschluss wird der Blick noch einmal auf Gott gelenkt, dem wir alles verdanken: dein Reich, deine Kraft, deine Herrlichkeit. Weil mein Leben reich wird, wenn ich mich darauf ausrichte, darum bete ich: Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

 

„Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott in Bitte und Fürbitte, Dank und Anbetung“

Seit vielen Jahren sind diese Worte zum Gebet für mich die schönsten, die das Vaterunser ergänzen. Im Gebet rede ich nicht mit anderen Menschen, sondern mit Gott.

  

Fürbittengebet

Jesus Christus, du hast uns gelehrt, wie wir beten können. Darum kommen wir zu dir und beten dich an zusammen mit dem Vater und dem Heiligen Geist und rufen:

VATER UNSER IM HIMMEL.

    Erschrocken sind wir darüber, wie oft dein Name missbraucht wird. Menschen führen in deinem Namen Kriege, üben Hass und Gewalt. Wir bitten dich, dass wir und alle Verantwortlichen lernen, in Wort und Tat dich zu ehren und zu fürchten.

Darum beten wir:

GEHEILIGT WERDE DEIN NAME.

    Wir sehen Leid und Unfrieden in vielen Ländern der Erde, aber auch bei uns und in unserer Umgebung. Wir bitten um Frieden und Gerechtigkeit und beten:

DEIN REICH KOMME.

    Wir sehen, wie die ganze Schöpfung ächzt durch unsere Ausbeutung, wir sehen die Zerstörung der Regenwälder und die Gefährdung des Klimas. Wir bitten für deine ganze Schöpfung, Wasser, Erde und Luft, für die Pflanzen und Tiere und rufen zu dir:

DEIN WILLE GESCHEHE, WIE IM HIMMEL, SO AUF ERDEN.

    So vielen Menschen fehlt es am Nötigsten zum Leben, Essen und Trinken, ein Dach über dem Kopf und die Zuwendung von anderen Menschen. Für sie alle und auch für uns bitten wir dich:

UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE.

     Immer wieder werden wir schuldig an dir und an unseren Mitmenschen. Manchmal gewollt, manchmal ohne Absicht verletzen wir uns. Wir bitten dich für uns alle, die wir schuldig werden, und die wir unbarmherzig sind im Umgang mit anderen:

VERGIB UNS UNSERE SCHULD, WIE AUCH WIR VERGEBEN UNSEREN SCHULDIGERN.

    Macht, Geld und Reichtum, das sind die Versuchungen, die uns und so viele dazu treiben, zu tun, was nicht gut ist. Wir bitten dich für die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, aber auch für jede und jeden von uns:

FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG, SONDERN ERLÖSE UNS VON DEM BÖSEN.

    So vertrauen wir uns miteinander dir an und preisen dich:

DEIN IST DAS REICH UND DIE KRAFT UND DIE HERRLICHKEIT IN EWIGKEIT. AMEN.

Es grüßt Sie Pfarrer M.Maile

 

Die sonstigen Wochenveranstaltungen können leider noch nicht stattfinden.

 

Eine Zeit der Besinnung - eine kurze Andacht von Pfarrer Maile

Sie können diese Andacht beim Anrufbeantworter unter der Telefonnummer 3580836 jederzeit anhören.

Der Wochenspruch:

„Der Menschensohn muss erhöht werden,

auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“            Joh 3, 14b.15

 

Weil alle Gottesdienste abgesagt sind und wir uns dennoch in der Kar- und Osterwoche befinden, hier ein paar Gedanken:

 

Im Wochenspruch (Offb Joh 1,18) sagt Christus:

Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. Mit diesem Satz aus dem ersten Kapitel der Offenbarung des Johannes wünsche ich Ihnen Frohe Ostern!

Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden, das ist ein Grund zum Feiern, wenn wir heute den lebendigen, den auferstandenen Herrn unserer Kirche und unseres Lebens suchen und seine Gegenwart und Nähe.

 

Gebet

Allmächtiger, lebensschaffender Gott, du hast deinen Sohn in die Welt gesandt, um uns zu helfen und zu den Menschen zu machen, die wir gerne wären. Durch Jesu Leben, Tod und Auferstehung wissen wir, dass trotz allen Leids uns nichts trennen kann von deiner ewigen Liebe. Du machst unsere Welt neu, durch die wir unsicher schreiten. Gehe du uns voran und lass dein Osterlicht leuchten. Das bitten wir, durch Jesus Christus, unseren Herrn.

 

Gedanken:

Der Beginn des Lebens ist ein Wunder. Jedes Kind, das auf die Welt kommt, ist ein Wunder. Jedes Menschenleben ist ein Wunder, die Wissenschaft kann mittlerweile die Entstehungsbedingungen gut beschreiben und auch darin eingreifen, bis zu einem gewissen Punkt sogar künstlich herstellen, aber nur, indem sie auf anderes Leben zurückgreift. In diesem Sinne lässt sich sagen: Wie und warum Leben entsteht, lässt sich zwar beschreiben, aber nicht erklären.

 

Es mag sein, und da sind wir mitten im Ostersonntag, dass das Ende des irdischen Lebens ein genauso großes, wenn nicht noch größeres Wunder ist. Bloß käme niemand bei Verstand auf die Idee, den Tod als ein Wunder zu bezeichnen. Zu groß ist der Schmerz, wenn er einen Menschen betrifft, den man liebt. Günstigstenfalls gilt der Tod noch als Erlösung, aber als Wunder bezeichnet ihn niemand, auch wenn er genauso gut beschreibbar, unerklärbar, herstellbar ist wie das Leben. Wann lebt jemand, wann ist jemand tot: An diesen Randbereichen des Lebens wird es ernst. Todernst und lebenswichtig. Diese beiden Grenzen, der Beginn des Lebens und sein Ende, entziehen sich einer guten, für alle zufriedenstellenden Definition.

 

Warum leben wir, warum sterben wir, was kommt danach: Mit diesen drei Fragen beschäftigen sich alle Religionen, und sie geben teils ähnliche, teils ganz unterschiedliche Antworten darauf. Sie versuchen, einen Zusammenhang herzustellen und allem, was passiert, einen Sinn zu geben. Das Christentum spielt an einer entscheidenden Stelle nicht mit: Der Tod hat keinen Sinn. Der Tod ist sinnlos. Er ist sogar ein Feind. Einer, der besiegt werden muss, einer der besiegt ist. Jesus Christus hat ihn besiegt, und das ist nicht einfach nur schön für ihn, sondern hat für uns Konsequenzen. Ich lese aus dem 15. Kapitel des 1. Korintherbriefs Verse 19-23:

 

19 Wenn wir nur für das jetzige Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als irgendjemand sonst auf der Welt.

20 Nun aber ist Christus vom Tod auferweckt worden, und als der erste Auferweckte gibt er uns die Gewähr, dass auch die übrigen Toten auferweckt werden.

21 Durch einen Menschen kam der Tod. So kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung vom Tod.

22 Alle Menschen gehören zu Adam, darum müssen sie sterben; aber durch die Verbindung mit Christus wird ihnen das neue Leben geschenkt werden. Die Vollendung steht noch aus.

23 Doch das alles geschieht zu seiner Zeit und in seiner vorbestimmten Ordnung: Als Erster wurde Christus vom Tod auferweckt. Wenn er wiederkommt, werden die auferweckt, die zu ihm gehören.

 

Ich wünsche Ihnen auf diesem Wege ein gesegnetes Osterfest!

Möge Gott unsere Situation so überwinden, dass wir von einer Auferstehung reden können und uns daran freuen.

Pfarrer Maile